Real im Huma Sankt Augustin: 120 Mitarbeiter werden gekündigt


Markt schließt Ende Juni
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Real in Sankt Augustin will den 120 Mitarbeitenden kündigen

Real hat den 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Standort im Huma in Sankt Augustin mündlich gekündigt. Die Betriebsratsvorsitzende ist schockiert und macht sich Sorgen um die Zukunft ihrer Kolleginnen und Kollegen.

Die 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Real-Marktes im Huma-Einkaufszentrum in Sankt Augustin haben eine mündliche Kündigung bekommen. „Der Schock war schon enorm bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, sagt Tatjana Schulze, Betriebsratsvorsitzende des Real-Marktes, dem GA am Donnerstagabend. „Da sind schon einige Tränen geflossen und es wird viele schlaflose Nächte geben“, fügt sie hinzu.

Markus Jablonski, Pressesprecher von Real, bestätigte, dass das Unternehmen beabsichtige, den Geschäftsbetrieb des Standortes zum 30. Juni 2022 einzustellen. Hintergrund für die Entscheidung sei der Umstand, „dass der Eigentümer bereits mit einem anderen Unternehmen einen Anschlussmietvertrag abgeschlossen hat“, so Jablonski. Der nachfolgende Betreiber plane vor der Wiedereröffnung zunächst umfassende Umbauarbeiten. Diese werden laut Jablonski zeitlich so umfangreich sein, dass die Voraussetzungen für einen Betriebsübergang laut Gesetz in diesem Fall nicht vorliegen. „Daher wird den Mitarbeitern gekündigt“, erklärt der Real-Pressesprecher. Zum Nachfolger machte der Real-Pressesprecher keine Angaben.

Nachfolger für Real in Sankt Augustin scheint gefunden

Laut Schulze sei Edeka als Nachfolger ausgewählt worden. Der Betreiber des Huma-Einkaufszentrum war für eine Stellungsnahme zunächst nicht zu erreichen. „Durch den Umbau umgeht Edeka den Paragrafen 613a und muss die Mitarbeiter deshalb nicht übernehmen“, sagt die Betriebsratsvorsitzende. Sie mache sich wenig Hoffnung, dass der neue Betreiber ehemalige Real-Mitarbeitende neu einstellen wird. „Wir handeln jetzt einen Sozialplan aus. Je nach Arbeitsvertrag ist die Kündigungsfrist unterschiedlich lang. Aber ich befürchte, dass spätestens nächstes Jahr alle Kollegen arbeitslos sein werden“, so Schulze. Viele der Angestellten seien bereits 50 Jahre alt oder älter – für sie werde es schwierig, eine neue Stelle zu finden. „Es gibt sehr viele, die Existenzängste haben.“

Schon seit einigen Monaten gibt es Spekulationen über potenzielle Nachfolger für die Ladenfläche. Die Real-Angestellten machten sich zunehmend Sorgen um ihre Zukunft. Bei zahlreichen Real-Filialen stand bereits seit längerer Zeit ein Plan für eine Übernahme fest – in Sankt Augustin hatten die Angestellten deshalb noch die Hoffnung, von einem anderen Unternehmen übernommen zu werden. Doch dann kam die Kündigung.

SPD kritisiert Kündigungen

Aus der Politik gab es bereits Kritik zu den Kündigungen. Marc Knülle, Fraktionsvorsitzender der SPD Sankt Augustin, Denis Waldästl, Parteivorsitzender der SPD Sankt Augustin, sowie Oliver Schmidt, Landtagskandidat für Sankt Augustin, gaben in einer Mitteilung bekannt, dass sie „an der Seite der Beschäftigten von Real“ stehen. Sie forderten alle beteiligten Akteure auf, die Arbeitsplätze an dem Standort zu sichern. „Dass nach dem Verkauf von Real der Standort Sankt Augustin in Frage steht, war bekannt. Die SPD habe jedoch bereits in den letzten Monaten immer wieder darauf hingewiesen, dass die Beschäftigten von einem Unternehmenswechsel am Standort Sankt Augustin nicht betroffen sein dürfen. Das nun – durch den notwendigen Umbau – die arbeitsrechtliche Regelung des Betriebsübergangs nicht greifen soll, ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten“, heißt es in der Mitteilung. Die Partei habe sich mit einem Appell, die Arbeitsplätze zu sichern, an die Jost Hurler GmbH, Betreiber des Huma-Einkaufszentrums, und an Real gewendet.

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