Spar-Tipps fürs Auto: Fahrzeugkauf, Kraftstoff, Versicherung und Werkstatt | Leben & Wissen

Alles wird teurer, und gerade die Energiekosten sind zurzeit ein übler Preistreiber. Ärgerlich, denn man kommt nicht darum herum, die Wohnung zu heizen und das Auto zu tanken.

Jetzt ist es Zeit für eine Kostenkontrolle! Wohin versickert das Geld?

Beim Auto sind es im Groben vier Bereiche: Fahrzeugkauf, Kraftstoff, Versicherung und Werkstatt.

Wir haben es der Übersichtlichkeit halber noch etwas feiner unterteilt, geben zusätzlich Tipps zum Sparen bei Ersatzteilen, bei Fahrzeugzubehör und bei Pkw-Reisen. Und wir zeigen, wie man mit dem Auto sogar Geld verdienen kann.

Dabei muss Geiz nicht gleich Verzicht bedeuten, viel Geld lässt sich durch einfache Preisvergleiche sparen.

Es ist okay, sich Angebote von verschiedenen Werkstätten zu holen oder nicht beim ersten Versicherungsangebot zuzuschlagen. Geduld und Mühe, die sich richtig auszahlen. Geht es um die Kraftstoffkosten, unterschätzen viele Autofahrer den Einfluss ihrer eigenen Fahrweise.

Hier wird wortwörtlich viel Geld verbrannt – wichtigste Tipps: zügig beschleunigen, früh hochschalten und hohe Geschwindigkeiten vermeiden.

Sparen beim Kraftstoff

Die Fahrt zur Tankstelle ist derzeit kein Vergnügen. Waren wir 2020, zu Beginn der Pandemie, bei einem Diesel-Preis um einen Euro, kratzt er zurzeit an der 1,70-Marke.

Rekordhoch beim Diesel. Wer aufs Auto angewiesen ist, muss trotzdem tanken

Rekordhoch beim Diesel. Wer aufs Auto angewiesen ist, muss trotzdem tanken

Foto: Carsten Koall/dpa

Vor allem als Pendler hat man keine Wahl, man muss an die Säule, den teuren Sprit zapfen. Aber es gibt ein paar Möglichkeiten, die hohen Belastungen zu senken.

► Preise vergleichen: Tankstellen sind verpflichtet, ihre Kraftstoffpreise der Markttransparenzstelle zu melden. Und diese Pflicht nutzen Spritspar-Apps, kennen die billigste Tankstelle in Ihrer Nähe.
Ersparnis: bis zu zwölf Prozent

 Vorausschauend tanken: Über den Tag verändern die Tankstellen bis zu siebenmal die Preise. Die Erfahrung hat gezeigt, morgens um sieben Uhr ist der Kraftstoff am teuersten, auch um 16 Uhr gibt es eine Preisspitze, gerade dann sind viele Pendler unterwegs. Wer preiswert tanken möchte, fährt zwischen 18 und 19 Uhr oder 20 und 21 Uhr an die Kraftstoffsäule.
Ersparnis: bis zu acht Prozent

► Kraftstoffqualität: Die meisten Motoren sind genügsam, ihnen reicht Super oder konventioneller Diesel. Die wenigsten Motoren können die hohe Oktanzahl von Premiumkraftstoffen ausnutzen. Auch die Verwendung von E10 (Bioethanol-Anteil liegt hier um fünf Prozent höher als bei E5) ist für die meisten Benziner problemlos möglich. Allerdings gibt es hier starke Schwankungen beim Preisvorteil, Stand 24. Januar sind es circa sechs Cent.
Ersparnis: drei Prozent

► Sprit-Spar-Training: Wer richtig viel sparen möchte, kann ein professionelles Spritspartraining machen. Hier wird gezeigt, wie man vorausschauend fährt, bei welcher Drehzahl geschaltet werden sollte oder wie sich die Fahrzeugtechnik auf den Verbrauch auswirkt.
Ersparnis: bis zu 25 Prozent. Das größte Sparpotenzial steckt im Gasfuß des Fahrers.

► Technik: Verdreckter Luftfilter, alte Zündkerzen – eine Fahrzeuginspektion kann Kraftstoff sparen, ein fitter Motor läuft sauberer und genügsamer. Beim Reifenkauf auf das Reifenlabel achten, die sparsamsten Pneus bekommen ein A. Auch das Erhöhen des Reifendrucks kann den Verbrauch senken, verschlechtert aber den Abrollkomfort.
Ersparnis: bis zu zehn Prozent

Sparen auf Reisen

Lange Strecken, wie etwa in den Urlaub, führen in der Regel über die Autobahn. Wer clever plant, kann hier viel Geld sparen.

Sparen Sie abseits der Autobahn

Sparen Sie abseits der Autobahn beim Tanken

Foto: Holger Karkheck

► Autohöfe ansteuern: Steuern Sie Autohöfe links und rechts der Autobahnen an. Dort ist der Sprit im Vergleich zur Autobahnraststätte wesentlich günstiger. Das gilt auch für die meisten Artikel in den Shops.
Ersparnis: bis zu 29 Cent/Liter

Mautstrecken umfahren: Wer es nicht eilig hat, kann fast überall in Europa die gebührenpflichtigen Autobahnen und Tunnel meiden.
Ersparnis: 5 bis 21 Euro/100 km

Die Kosten für Mautstrecken können Sie auf www.adac.de berechnen

► Proviant selber machen: Nehmen Sie Essen und Trinken von zu Hause mit. Das ist leckerer, gesünder und wesentlich günstiger als an der Raststätte.
Ersparnis: unbezahlbar

Sparen beim Zubehör

Extras wie Multimedia-Infotainmentsysteme oder praktisches Zubehör wie Schneeketten oder E-Ladestationen schlagen mächtig auf den Geldbeutel. Hier besteht aber auch großes Sparpotenzial, wenn Sie nicht gleich beim Autobauer Ihr Kreuzchen machen oder nicht immer zur Neuware greifen.

Eine gute Bluetooth-Box in Verbindung mit dem Handy sorgt für Top-Sound

Eine gute Bluetooth-Box in Verbindung mit dem Handy sorgt für Top-Sound

Foto: Hersteller

► Smartphone nutzen: Moderne Smartphones sind kleine Computer und können auch mit preiswerten Autoradios verbunden werden. Mit einer Handyhalterung und einer stabilen Internetverbindung gelingen Navigation und Entertainment zum kleinen Preis.
Ersparnis: viele Hundert Euro.

► Mobiler Sound: Verbinden Sie mit Bluetooth oder Kabel eine kompakte Soundbox (siehe oben) mit dem Handy und sorgen Sie so für einen guten Klang im Fahrzeug.
Ersparnis: viele Hundert Euro

► Gebrauchtes Zubehör: Dachboxen, Fahrradträger oder Schneeketten kommen nur selten zum Einsatz, der Kauf als Gebrauchtteil ist eine Überlegung wert. Teilen Sie sich dieses Zubehör mit Familie und Freunden.
Ersparnis: oft bis zu 50 Prozent

► Wallbox-Prämie: Auch wenn die staatliche Förderung für eine private Ladestation von 900 Euro ausgelaufen ist, gibt es noch immer Prämien für die Installation von Bundesländern, Kommunen und Energieversorgern.
Ersparnis: bis zu 50 Prozent

INFO: Der Preisvergleich im Internet lohnt, z. B. unter www.idealo.de

Sparen bei Werkstatt-Kosten

Ob der Tausch von Bremsscheiben und -belägen für 250 Euro, eine Inspektion für 400 Euro oder der Kupplungswechsel für 600 Euro – ein Werkstattbesuch kann teuer werden. Oft wird hier aus Bequemlichkeit viel Geld verschenkt.

Eine gute Werkstatt erklärt auf Wunsch die durchgeführten Arbeiten am Auto

Eine gute Werkstatt erklärt auf Wunsch die durchgeführten Arbeiten am Auto

Foto: Kai-Uwe Knoth / AUTO BILD

► Vertragswerkstatt: Neuwagenbesitzer zieht es in die Werkstatt des Autobauers, das ist aber nicht zwingend notwendig. Repariert eine freie Werkstatt nach Herstellervorgaben, werden die Garantiebedingungen eingehalten. Anders sieht es bei der Kulanz aus, das ist eine freiwillige Leistung und wird in der Regel für Autos zwischen drei und fünf Jahren gegeben – Kulanz gibt es nach dem Besuch einer freien Werkstatt meist nicht.
Ersparnis: bis zu 40 Prozent

► Stadt-Land-Vergleich: Bei aufwendigen Reparaturen lohnt es, den Suchradius auszudehnen. Da eine Werkstatt auf dem Land anders kalkulieren kann als eine Werkstatt in der Stadt. Es ist aber immer die An- und Abreise miteinzukalkulieren.
Ersparnis: bis zu 50 Prozent

► Aktionen nutzen: Gerade zur Urlaubszeit oder zum Wechsel der Jahreszeiten bieten Werkstätten Aktionen an. Das kann ein preiswerter Klimacheck sein, eine Urlaubsinspektion oder ein Reifenwechselspezial. Werkstätten nutzen diese Werbemaßnahmen, um Kundenkontakte zu generieren und dabei eventuell weitere Reparaturen durchzuführen.
Ersparnis: bis zu 25 Prozent

► Smart Repair: Gerade nach kleineren Unfällen lässt sich durch das Rausdrücken von Dellen und das Anlackieren von Lackschäden viel Geld sparen.
Ersparnis: bis zu 80 Prozent

INFO: Werkstattvergleich im Internet: www.autobutler.de, www.autoreparaturen.de

Auch beim Lackieren lässt sich sparen

Auch beim Lackieren lässt sich sparen

Foto: Christoph Boerries / AUTO BILD

Sparen bei Ersatzteilen und Technik

Fällt am Auto ein Bauteil mit einem Defekt aus, wird das kaputte Teil oft einfachheitshalber gegen ein Neuteil ersetzt. Das kostet zwar, hat aber den Vorteil, dass die Standzeit des Autos in der Werkstatt kurz gehalten wird. Wer sparen möchte, sucht nach Alternativen.

► Nachbauteile oder Identteile: Nachbauteile können sich in der Qualität vom Original unterscheiden, schlechter oder besser sein. Identteile sind gleich, kommen aus derselben Produktion wie ein Originalteil, besitzen aber kein Logo des Autobauers.
Ersparnis: bis zu 50 Prozent

► Reparieren: Selbst komplizierte Technik muss nicht zwingend getauscht werden. Ob Steuergeräte, Turbolader oder Lichtmaschinen: Für die meisten Baugruppen am Auto finden sich Spezialisten, die defekte Bauteile instand setzen können.
Ersparnis: bis zu 60 Prozent

► Gebrauchte Ersatzteile: Autoverwerter bieten Ersatzteile aus Schlachtfahrzeugen an. Wer möchte, kann auf einigen Schrottplätzen die Teile selbst ausbauen, die meisten Verwerter versenden aber auch auf Lager liegende Teile.
Ersparnis: bis zu 80 Prozent

INFO: Im Internet finden sich viele preiswerte Teilehändler, z. B. www.kfzteile24.de

Mit dem Auto Geld verdienen

Im Schnitt fährt ein Auto nur eine Stunde am Tag. Das heißt: 23 Stunden lang verursacht das Auto Kosten wie Steuern und Versicherung, steht aber ungenutzt herum. Mit diesen vier Tipps senken Sie die Fixkosten im Alltag.

Emissionszertifikate für E-Autos spülen bis zu 350 Euro im Jahr ins Portemonnaie

Emissionszertifikate für E-Autos spülen bis zu 350 Euro im Jahr ins Portemonnaie

Foto: Enno Friedrich Artfoto

► THG-Quote: Seit Anfang 2022 können Besitzer von umweltfreundlichen E-Autos mit dem Handel von Emissionszertifikaten zusätzlich verdienen.
Ersparnis: bis zu 350 Euro/Jahr

► Mitfahrzentralen: Sind Sie Pendler und fahren täglich eine längere Route? Dann nehmen Sie doch Personen mit, die das gleiche Ziel haben. Entsprechende Plattformen finden Sie im Netz.
Ersparnis: 5-7 Euro/100 km pro Passagier

► Fahrgemeinschaften: Teilen Sie sich mit Kollegen aus der näheren Umgebung ein Auto für die Fahrt zur Arbeit. Das senkt die Kosten, schont Nerven und die Umwelt.
Ersparnis: bis zu 75 Prozent

► Werbung: Wenn es Ihnen egal ist, wie Ihr Auto aussieht, dann wandeln Sie es in eine fahrende Litfaßsäule um und entlasten Ihren Geldbeutel.
Ersparnis: bis zu 360 Euro monatlich

INFO: Das eigene Auto vermieten? Anbieter wie www.snappcar.de machen es möglich

Sparen bei der Versicherung

In Deutschland gibt es die Versicherungspflicht für Kraftfahrzeuge. Mindestens eine Haftpflichtversicherung ist nötig, um ein Auto anmelden zu können. So soll sichergestellt werden, dass schuldlos an einem Unfall Beteiligte keine finanziellen Nachteile zu befürchten haben.

► Versicherungsvergleich: Bei einer Neuzulassung, Ummeldung oder im Herbst, wenn sich Altverträge kündigen lassen, lohnt ein Preisvergleich der unterschiedlichen Versicherungsgesellschaften.
Ersparnis: bis zu 20 Prozent

Persönliche Angaben: Wie viele Fahrer nutzen ein Auto, und wie alt sind sie? Gibt es einen ► Garagenplatz? Wie hoch ist die jährliche Fahrleistung? Alles Angaben, die sich in der Höhe des Beitrags bemerkbar machen.
Ersparnis: bis zu zehn Prozent

► Altvertrag: Hat man beispielsweise schon lange ein Motorrad angemeldet, kann es sich lohnen, ein neues Auto auf diesen Vertrag anzumelden und für das Motorrad eine neue Police abzuschließen.
Ersparnis: bis zu 50 Prozent

► Fahranfänger: Die Policen für Fahranfänger sind teuer. Viele Versicherungen bieten die Übertragung eines Rabattes auf ein Familienmitglied an, lohnt beispielsweise, wenn der Zweitwagen nicht mehr gebraucht wird.
Ersparnis: bis zu 60 Prozent

► Fahrzeugkauf: Stehen beim Kauf mehrere Pkw-Modelle zur Auswahl, lässt sich durch einen Vergleich der Typklassen sparen.
Ersparnis: bis zu 30 Prozent

► Unfall: Nach einem selbstverschuldeten Unfall verschlechtert sich die Schadenfreiheitsklasse. Ein kostenpflichtiger Rabattschutz verhindert das.
Noch besser: Rabattretter, die sind kostenlos.

INFO: Versicherungen lassen sich im Netz vergleichen, z. B. www.verivox.de

Unfall: Mit Rabattschutz bleibt die Schadensklasse erhalten

Unfall: Mit Rabattschutz bleibt die Schadensklasse erhalten

Foto: Roland Bunke / AUTO BILD

Sparen beim Fahrzeugkauf

Rund 36 000 Euro geben wir im Schnitt für ein neues Auto aus. Hier zeigen wir Ihnen, wie Sie beim Neu- bzw. Jungwagenkauf sparen können.

Sondermodelle der Hersteller sind schnellverfügbar, gut ausgestattet und bieten den Kunden preisliche Vorteile

Sondermodelle der Hersteller sind schnell verfügbar, gut ausgestattet und bieten den Kunden preisliche Vorteile

Foto: Hersteller

► Kaufprämie für E-Autos: Die bisherige Innovationsprämie für reine E-Autos und Plug-in-Hybride läuft noch bis Ende 2022. Neben neuen Modellen kann die Prämie unter bestimmten Bedingungen auch für gebrauchte und geleaste Stromer beantragt werden.
Ersparnis: bis zu 9000 Euro

► Sondermodelle: Wer sein neues Auto nicht unbedingt frei konfigurieren muss und trotzdem auf eine gute Ausstattung nicht verzichten will, ist mit einem Sondermodell in der Regel gut bedient.
Ersparnis: zum Teil mehrere Tausend Euro

► Tageszulassungen/Vorführwagen: Sind neuwertige Lagerfahrzeuge mit niedrigem Kilometerstand von Vertragshändlern, die nur pro forma für kurze Zeit angemeldet waren.
Ersparnis: zehn bis zu 25 Prozent

► Jahreswagen: Das sind junge Gebrauchte, deren Erstzulassung nicht länger als zwölf Monate zurückliegt. In der Regel mit Garantie, gut ausgestattet und wenig Kilometern.
Ersparnis: bis zu 40 Prozent

INFO: Im Netz finden sich Seiten, die Autoschnäppchen anbieten, z. B. www.carwow.de

Fazit

Kraftstoff ist teuer, und daran ändern auch unsere Tipps nichts. Durch angepasstes Fahren, gepflegte Fahrzeugtechnik und das Vergleichen von Preisen lässt sich zumindest etwas Geld sparen – und so die Haushaltskasse schonen.

Ein Artikel aus AUTO BILD, Heft 05/2022

Ein Artikel aus AUTO BILD, Heft 05/2022

Foto: AUTO BILD

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