Tragbarer Mini-Beamer mit integriertem Akku

Der mobil einsetzbare Beamer ist eine ideale All-in-One-Lösung. Einige zentrale Abstriche müssen aber hingenommen werden.

Wer Ausschau nach einem kleinen Beamer hält, wird um die Projektoren von Xgimi nicht herumkommen. Die Geräte des chinesischen Herstellers werden sowohl im Internet als auch im stationären Handel stark beworben und versprechen ein hochwertiges Heimkino-Erlebnis inklusive Android-TV.

Nachdem ich mir den Xiaomi Mi Smart Projector 2 (hier im futurezone-Test) näher angesehen haben, wollen wir nun einen Blick auf die Konkurrenz von Xgimi werfen. Dabei haben wir den neuen Xgimi Halo+ unter die Lupe genommen.

Pro

  • Simple Inbetriebnahme
  • Bildqualität geht in Ordnung
  • 3D-Auto-Keystone funktioniert makellos
  • Auto-Focus
  • Eingebauter Akku: mobiler Einsatz möglich
  • All-In-One-Lösung, allerdings mit Einschränkung
  • Android TV

Contra

  • Keine native Netflix-Unterstützung
  • Helligkeit nicht besonders hoch
  • Magere Akkulaufzeit
  • Sound-Qualität nur mäßig, aber passabel
  • Nicht ganz so günstiger Preis

Robust und portabel

Der Xgimi Halo+ ist ein kompakter Mini-Beamer mit eingebautem Akku, für ein mobiles Kinovergnügen. Er wirkt robust und solide, wird aber mit seinen 1,6 Kilogramm auf einer Wanderung schon ordentlich ins Gewicht fallen. Für einen Camping-Trip lässt er sich aber tatsächlich gut transportieren. Eine dazugehörige Tragetasche gibt es übrigens für 89 Euro.

Für die Steuerung des Halo+ dient die beiliegende, minimalistische Fernbedienung, deren Aufbau stark an die Fernbedienungen von Streaming-Sticks erinnert. Über das integrierte Mikrofon lässt sich der Google Assistant ansprechen.

Xgimi Halo+

  • Maße & Gewicht: 113,5 x 145 x 171,5 mm, 1,6 kg
  • Lichtquelle: LED (DLP)
  • Helligkeit: 900 ANSI Lumen
  • Projektionsverhältnis: 1,20:1
  • Screen: 16:9 nativ, Full-HD 1920×1080p, empfohlen 40 bis 120 Zoll (theoretisch möglich bis 200 Zoll), HDR10, 3D-Unterstützung
  • Audio: integrierter Lautsprecher 2x 5W, Dolby Audio, dts
  • Interner Speicher: 16 GB
  • Arbeitsspeicher: 2GB RAM
  • Akku: 59 Wh
  • Akku-Laufzeit: 2 Stunden (Herstellerangabe), 1 Stunden 15 Minuten in der Praxis
  • Betriebssystem: Android TV 10
  • Anschlüsse: 1x USB 2.0, 1x HDMI in, 1x 3,5mm-Klinke Audio out
  • Sonstiges: Fernbedienung mit Google Assistant, Autofocus, Multi-Angle Auto-Keystone-Correction
  • Konnektivität: WiFi 802.11a/b/g/n/ac, Bluetooth 5.0, Chromecast
  • Preis: gesehen ab 843 Euro / 849 Euro (UVP)

zur Website des Herstellers

Xgimi Halo+

Helligkeit nur passabel

Natürlich kann der Beamer auch zuhause als Standgerät verwendet werden. Wer sich jedoch den Xgimi Halo+ als primäres TV-Gerät anschaffen möchte, sollte bedenken, dass die maximale Helligkeit nicht allzu hoch ist.

Im komplett abgedunkelten Raum ohne zusätzlicher Lichtquelle reichen die 900 ANSI Lumen allemal aus. Bei Tageslicht ohne geschlossener Rollläden ist an ein Kinovergnügen allerdings nicht zu denken.

Bildqualität

Vorausgesetzt die Umgebung ist dunkel, gibt es an der Bildqualität nicht viel auszusetzen. Die Full-HD-Auflösung sorgt für scharfe Bilder, der Kontrast ist passabel und auch die Farben gehen in Ordnung.

Theoretisch möglich ist eine maximale Bilddiagonale von 200 Zoll. Allerdings wird man im Kleingedruckten in einer Fußnote darauf hingewiesen, dass eine Bilddiagonale zwischen 40 und 120 Zoll empfohlen wird.

Xgimi Halo+

Simple Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme ist denkbar einfach und geht in wenigen Minuten über die Bühne – sofern man das Google-Passwort für den erstmaligen Login parat hat. Bei jedem Start stellt der Auto-Focus das Bild automatisch scharf. Die automatische Keystone-Korrektur – vertikal und horizontal – wird ausgeführt, wenn sich die Projektionsfläche ändert. Ansonsten kann die Auto-Keystone-Correction auch manuell gestartet werden.

Um ein optimales Heimkinoerlebnis zu erhalten, sollte der Xgimi Halo+ aber möglichst im rechten Winkel zur Projektionsfläche stehen. Ansonsten werden die Bildschirminhalte durch die mehrdimensionale Keystone-Korrektur zwar unverzerrt dargestellt, der verzerrte Lichtkegel, der von der Beamer-Leuchte ausgeht, ist allerdings weiterhin sichtbar.

Sollte der Auto-Focus einmal daneben greifen, gibt es auf der Fernbedienung eine Art Focus-Switcher an der Unterseite. Wird dieser aktiviert, lässt sich die Bildschärfe mithilfe der Volume-Tasten regeln. Eine manuelle Korrektur war während des Testzeitraums allerdings nicht notwendig.

Focus-Switcher auf der Fernbedienung

Betriebssystem und Bedienung

Auf dem Xgimi-Beamer läuft Android TV Version 10. Die Benutzeroberfläche ist dieselbe, die man eventuell von Smart-TVs oder von Android-TV-Streaming-Sticks her kennt. Nachdem man sich mit seinem Google-Account eingeloggt hat, kann man über den Play Store seine Apps installieren.

Über das Einstellungsmenü können manuelle Bildkorrekturen durchgeführt werden. Externe Abspielgeräte oder externe Quellen können dort ebenso ausgewählt werden. 

Streaming-Apps mit einer großen Ausnahme

Amazon Prime Video, Disney+, Apple TV sowie zahlreiche andere Streaming- und Mediatheken-Apps laufen auf dem Halo+ wie gewohnt – mit einer großen Ausnahme: nämlich Netflix. Der Xgimi Halo+ hat leider noch keine Zertifizierung von Netflix erhalten. Insofern kann die Netflix-App nicht wie gewohnt verwendet werden.

Allerdings gibt es einige Workarounds, die unter anderem auch von Xgimi empfohlen werden. Dieser Weg führt in externe App-Stores, von wo aus man sich die Netflix-App installieren kann. Dabei wird man ziemlich sicher über die “Netflix-App for Kodi” stolpern. Diese funktioniert zwar, die Usability ist jedoch ein Graus.

Der beste Weg, die Netflix-App auf dem Xgimi Halo+ zum Laufen zu bringen, ist mithilfe eines Streaming-Sticks. Beispielsweise kann ohne Weiteres ein Fire-TV-Stick angeschlossen werden, über denn dann alle gewünschten Streaming-Apps zur Verfügung stehen.

Xgimi Halo+

Der Xgimi Halo+ im Alltag

Ein idealer und vor allem dunkler Ort war in meiner Wohnung nicht schwer zu finden – besonders hilfreich dabei war die vertikale und horizontale Auto-Keystone-Korrektur, weil sie das Platzieren des Geräts unheimlich erleichtert. Insofern machte das Streamen mit dem kompakten Beamer von Beginn an ordentlich Spaß. Wenn man nicht allzu hohe Ansprüche hat, ist mit dem Xgimi Halo+ ein richtiges Heimkinoerlebnis durchaus möglich.

Die Bildqualität ist mit jener von TV-Geräten nicht zu vergleichen. Dafür erhält man aber ein riesiges Bild im Kino-Style. Die eingebauten Lautsprecher reichen allemal, könnten aber natürlich besser sein. Auch das permanente Lüftergeräusch ist deutlich hörbar. Da es sich dabei jedoch um ein äußerst monotones Geräusch handelt, ist es mir nach einiger Zeit gar nicht mehr aufgefallen.

Die Steuerung und die Fernbedienung sind extrem einfach zu bedienen und lassen kaum einen Wunsch offen. Ein wesentlicher Schwachpunkt ist jedoch die fehlende Netflix-App, die ich schmerzlich vermisst habe und die den umständlichen Rückgriff auf einen Streaming-Stick erforderlich machte.

Jetzt lachen die beiden noch. Aber in spätestens 1:15 Stunden ist das Streaming-Vergnügen vorbei

Akku-Betrieb

Was den Xgimi Halo+ von vielen anderen Beamern unterscheidet, ist sein eingebauter Akku. Das wird auch ganz stark mit dem Slogan “Let’s go Places” beworben. Doch der mobile Einsatz hält nicht was er verspricht.

Wer vom kabelgebundenen Modus und in den Akkubetrieb wechselt, wird feststellen, dass die Helligkeit zunächst nur leicht reduziert wird. Je länger man das Gerät im Akkumodus betreibt, desto geringer wird die Helligkeit. Nach ungefähr einer Stunde war die Helligkeit derart niedrig, dass es selbst im absolut dunklen Raum grenzwertig wurde.

Eine Stunde und 15 Minuten nachdem ich einen Film über eine Streaming-App gestartet habe, war Schluss und der Akku war leer. Wie die 2 Stunden Herstellerangabe zustande gekommen sind, ist mir ein Rätsel.

Ungenaue Akku-Anzeige

Um zu sehen, wie es um den Restakku steht, muss stets auf den Homescreen gewechselt werden. Während man einen Film schaut, erhält man keinen Einblick auf die Akku-Anzeige.

Wie lange der verbleibende Akku noch reicht, wird weder in Zeit noch in Prozentpunkten angezeigt, lediglich ein Symbol informiert über den Akkustand. Hier wäre eine exaktere Angabe wünschenswert.

Auf Pfeil klicken, um den Vergleich zu öffnen / schließen

Die smarten Projektoren von Xgimi und Xiaomi ähneln sich in einigen Bereichen und sind ungefähr in derselben Preisklasse. Zu welchen Beamer sollte man nun greifen, wenn man auf der Suche nach einer kompakten und günstigen Heimkinolösung ist.

Hier die wichtigsten Unterschiede zwischen den 2 Geräten:

Akku

Wer den Projektor im Akkubetrieb einsetzen will, sollte zum Xgimi Halo+ greifen. Ganz einfach deswegen, weil der Xiaomi-Beamer keinen Akku integriert hat und nur mit Stromanschluss funktioniert.

Die Akkulaufzeit beim Streaming ist mit einer Stunde und 15 Minuten aber extrem kurz. Ein abendfüllendes Kinoerlebnis unter Sternen in der Wildnis wird sich also nur mit einer entsprechenden Stromversorgung ausgehen.

Helligkeit

Der Xiaomi Mi Smart Projector 2 hat eine maximale Helligkeit von 500 ANSI Lumen, der Xgimi-Beamer kommt hier auf 900 ANSI Lumen. Auch wenn das nach einem deutlichen Unterschied aussieht, ist bei beiden ein dunkler Raum notwendig, um ein Kino-Feeling zu erreichen.

Bildqualität

Das Bild ist beim Xgimi-Gerät zwar etwas heller und kräftiger, in einem dunklen Raum ohne zusätzlicher Lichtquelle fallen die Unterschiede aber nur marginal aus.

Theoretisch möglich ist mit dem Xgimi eine Bilddiagonale von 200 Zoll, empfohlen werden jedoch nicht mehr als 120 Zoll. Die maximale Bilddiagonale mit dem Xiaomi-Beamer liegt ebenso bei 120 Zoll. Insofern gibt es zwischen den Geräten keinen Unterschied bei der Bildgröße.

Usability

Beide Geräte laufen unter Android TV und haben eine ganz ähnliche Fernbedienung. Einen wesentlichen Unterschied gibt es aber dennoch. Wer hauptsächlich Netflix schauen möchte, sollte zum Xiaomi-Beamer greifen. Denn die Netflix-App wird auf dem Xgimi-Gerät derzeit (noch) nicht unterstützt.

Für alle jene, die ohnehin kein Netflix streamen und stattdessen auf andere Apps beziehungsweise externe Quellen zurückgreifen, bleibt die Usability bei den beiden Projektoren ziemlich dieselbe.

Weder bei den Anschlüssen, beim Speicherplatz oder bei der Soundqualität gibt es nennenswerte Unterschiede.

Preis

Der Xiaomi Mi Smart Projector 2 ist auf Preisvergleichsportalen mit einem Preis von 529 Euro gelistet. Die leistungsstärkere Pro-Version des Xiaomi-Projektors ist für 801 Euro zu haben.

Der Xgimi Halo+ ist derzeit ab 840 Euro zu haben. Auf der offiziellen Website des Herstellers kostet das Gerät 849 Euro.

Xgimi Halo+

Fazit

Der Xgimi Halo+ bietet einen preiswerten und besonders unkomplizierten Einstieg ins Heimkino: Die Bildqualität geht in Ordnung, die Usability ist durch Android-TV und inkludierter Fernbedienung erstklassig; Setup und Handhabung sind selbsterklärend und einfach.

Gegenüber herkömmlichen Projektoren hat der Xgimi Halo+ einiges voraus: Auto-Focus und mehrdimensionales Auto-Keystone sind beispielsweise Funktionen, die man bei vielen Beamern vermisst. Auch die minimalistische Fernbedienung und das Android-Betriebssystem tragen zur Benutzerfreundlichkeit bei.

Voraussetzung für ein Kino-Feeling ist allerdings ein stark abgedunkelter Raum. Denn bei Tageslicht oder weiteren Lichtquellen, reicht die maximale Helligkeit des Beamers nicht aus. Ein großes Manko ist, dass die Netflix-App nicht nativ unterstützt wird. Die Workarounds funktionieren zwar, mindern aber das Benutzererlebnis entsprechend.

Abstriche müssen beim Sound hingenommen werden. Die Audioqualität ist zwar passabel, aber keineswegs mit einer Surround-Anlage vergleichbar. Auch das Lüftergeräusch ist recht laut und permanent hörbar.

Der Akku ist zwar nett gemeint und reicht für eine kurze Serie oder eine schnelle Präsentation aus. Eine Stunde und 15 Minuten Streaming sind halt sehr mager. Wer also in einem Zelt unter freiem Himmel einen Kinoabend plant, sollte entweder nicht mit einem abendfüllenden Erlebnis rechnen oder eine passende Powerbank dabei haben. 

Preis und Konkurrenz

Mit einem Preis von 849 Euro (UVP) ist der Xgimi Halo+ deutlich teurer als der kompakte Xiaomi Mi Smart Projector 2. Auch die leistungsstärkere Pro-Version des Xiaomi-Beamers (zB 1.300 ANSI Lumen) ist mit 801 Euro (UVP) noch günstiger als der Halo+.

Da für ein passables Netflix-Erlebnis ein Fire-TV-Stick oder ähnliches angeschlossen werden muss, hält der Xgimi-Beamer derzeit leider nicht ganz was er verspricht – nämlich eine ganzheitliche All-In-One-Lösung.

Wer sich nun überlegt, in dieser Preisklasse einen herkömmlichen Beamer ohne Android TV anzuschaffen, sollte sich unbedingt die Fokus- und Keystone-Funktionen sowie die Lautsprecherausstattung genauer ansehen. 

Mit Auto-Fokus, 3D-Auto-Keystone-Korrektur und passablen Lautsprechern ist der Xgimi Halo+ nämlich den allermeisten herkömmlichen Beamern von Benq, Optoma, Epson, Acer oder ViewSonic deutlich voraus.

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